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Nahtloser Übergang

Nahtloser Übergang

Silvia und Franz Bilz übergeben ihr Traditionshandwerk in neue Hände

Viel mehr Handwerkstradition geht nicht. Seit fast 145 Jahren steht der Name Bilz in Eichstätt für Handwerk und Kunstgewerbe – und das wird auch weiter so bleiben. Denn die Goldschmiedewerkstatt wird zwar zum Jahresende schließen, aber schon wenige Tage später auch wieder neu eröffnen – mit einem neuen Inhaber aber demselben guten Namen.

Und plötzlich ist sie da und wirft alle Zukunftspläne über den Haufen: Die Diagnose einer schweren Krankheit. So war es auch bei Silvia und Franz Bilz. Die beiden gehen tapfer und trotz allem humorvoll und positiv damit um. Und sie schauen nach vorne: Ihre Goldschmiede am Eichstätter Domplatz soll eine gute Zukunft haben. Und das wird sie auch – da sind sie sich sicher. Denn sie haben jemanden gefunden, der ihr Kunsthandwerk genauso leidenschaftlich und fachmännisch ausübt wie Franz Bilz es seit vielen Jahren getan hat.

„Das war ein echter Glücksfall. Wir haben uns einfach gefunden“, sagt Silvia Bilz. „Er ist ganz sicher der Richtige, er hat Spaß an seinem Handwerk. Es passt – menschlich wie handwerklich.“ Gemeint ist Richard Schultz. Der gebürtige Bayer ist derzeit noch in Norddeutschland tätig und froh, dass er nun wieder in die Heimat nach Bayern zurückkehren kann und dabei einen namenhaften Betrieb übernehmen kann. Der „Neue“ ist dem einen oder anderen Bilz-Kunden ohnehin schon bekannt: Im Oktober hat er bereits ein paar Tage im Geschäft mitgearbeitet, um die Kunden und die Abläufe in der Goldschmiede am Domplatz besser kennen zu lernen.

Denn der Übergang soll so ruhig und nahtlos wie möglich von statten gehen. Das komplette achtköpfige Team bleibt beisammen und für die Kunden soll sich auch sonst nichts ändern: Der Name Bilz steht auch in Zukunft für exzellente Handwerksqualität, dafür will Richard Schultz sorgen. Der Goldschmied und Schmuckdesigner sei auch handwerklich ganz auf ihrer Linie, sagen Silvia und Franz Bilz, die ja erst im vergangenen Jahr den Firmensitz direkt am Domplatz restauriert haben.

Auch der gute Name bleibt erhalten: Bilz soll weiter für Kontinuität und die lange Handwerkstradition stehen, die die Familie bereits in der vierten Generation weiterführt. Schließlich haben Franz Bilz und seine Vorgänger nicht nur unzählige moderne Trauringe und individuell gestaltete Schmuckstücke gefertigt, sondern auch ausgefallene Stücke wie etwa zahlreiche Schützenketten in der Region, die Amtsketten des Eichstätter Oberbürgermeisters und anderer Kollegen aus Pappenheim, Reichlingen und anderswo oder auch sakrale Kunstwerke. Die Familie war nicht nur einst vom Papst Pius XI. aus Eichstätt zum Hoflieferanten ernannt worden, sondern hat regelmäßig kirchliche Gerätschaften gefertigt und restauriert – in der Region und zum Teil auch weit darüber hinaus: Kirchliche Geräte aus dem Hause Bilz finden sich unter anderem in Kirchen in Dresden und Berlin, ein Tabernakel sogar in der Kirche von St.Rita in Indianapolis in den USA. Besonders stolz ist Franz Bilz auf die Anfertigung des Bischofsstabes für Bischof Gregor Maria Hanke im Jahr 2016.

Am 29. Dezember schließt der Traditionsbetrieb für ein paar Tage seine Türen. Ab 7. Januar wird dann Richard Schultz übernehmen und dabei sicher auch seine eigenen Schwerpunkte setzen, aber auch die lange Tradition des erfolgreichen Handwerksbetriebes fortsetzen.

Für die Kunden soll der Übergang möglichst reibungslos vonstatten gehen. Alle Gutscheine der Firma Bilz sollten bis 29. Dezember eingelöst werden, bittet Silvia Bilz. Wer zu Weihnachten einen Gutschein verschenken möchte, kann bei Bilz einen ProEichstätt-Gutschein erwerben, dieser wird auch künftig dort eingelöst.

„Die Eichstätter haben uns auch in der schweren Zeit unglaublich unterstützt. Sie haben uns richtig getragen“, sagt Silvia Bilz. „Das tut sehr gut, dafür sind Franz und ich sehr dankbar.“ Auch für die Goldschmiede haben Sie eine gute Lösung gefunden. Gerade letztes Jahr erst haben die beiden das ehemalige Martinikirchlein, das 1304 erstmals urkundlich erwähnt wurde und in dem heute die Goldschmiede untergebracht ist, renoviert und zukunftssicher gemacht. „Ich bin sehr froh, dass alles geregelt ist und eine neue Generation den Handwerksbetrieb mit unserem Team weiterführt. F.X.BILZ am Domplatz gehört einfach zu Eichstätt und wird mit Eichstätt weiter in eine positive Zukunft gehen“, sagt Silvia Bilz. „Ich freue mich auf die Zeit, die ich mit Franz verbringen darf, und wir wünschen allen von Herzen alles Gute.“

Eichstätter Journal 6.2018

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